Verstanst. 07
   

4. Innsbrucker Gespräch über Ästhetik 2009

Generalversammlung

Ausstellung Christoph Hinterhuber

 

 

 

4. Innsbrucker Gespräch über Ästhetik 2009 Die Gegenwart der Perspektive 16. Oktober 2009

An die achtzig Interessierte kamen in das Ferdinandeum, um bei 4. „Innsbrucker Gespräch über Ästhetik“ teilzunehmen. In diesem Jahr ging es um die Gegenwart der Perspektive.

Das Symposium wurde von Leander Kaiser kuratiert und gemeinsam mit dem Kunstforum Ferdinandeum durchgeführt. Nach einem Überblick über die Entdeckung, Methoden und Geschichte der Perspektive durch die Wiener Kunsthistorikerin Elisabeth Voggeneder, ging es um systematische Themen. Insbesondere interessierte der Umgang der zeitgenössischen Künstler mit der Perspektive. Peter Lodermeyer (Bonn) entfaltete das Thema anhand von Beispielen von Kapoor, Koons, Eliasson und Kippenberger. Ihre Spiegelskulpturen und Diskokugeln lassen sich als Einsprüche gegen ästhetische Totalisierungen verstehen. Die Debatte wurde von Lodermeyer auf eine metaphysische Reflexionsebene gehoben, was bei Künstlern wie etwa Jeff Koons zu überraschenden Einblicken führte. Michael Glasmeier (Bremen) hob gegen eine statische Auffassung der Perspektive den Zeitfaktor und den dynamischen Aspekt hervor. Er verwies darauf, dass sich auch die barocke perspektivische Deckenmalerei nur einem dynamischen Betrachter erschließt. Umso mehr spielen zeitgenössische Künstler mit dem Zeitfaktor. Einen faszinierenden Einblick in die Behandlung der Perspektive durch die japanische Kunst sowie ihre kulturellen Hintergründe bot Markus Neuwirth (Innsbruck). Konstantin Kaiser (Wien) verglich die Beobachtungskunst von Ernst Jünger mit den Fotoarbeiten von Andreas Gursky und die Künstlerin Gerlind Zeilner (Wien) referierte anhand ihrer eigenen Arbeiten und jener von KollegInnen über die Umsetzung subjektiver Raumverzerrungen und –verschiebungen in die Malerei.


Eine Diskussion von ReferentInnen und TeilnehmerInnen – eingeleitet mit einigen Thesen zur Entstehung der Perspektive von Leander Kaiser – schlossen den erfolgreichen Tag ab. Es ist geplant, die Referate im Laufe der Zeit auf der Webseite von Leander Kaiser zugänglich zu machen: www.leanderkaiser.com.

 


 

Generalversammlung des Kunstforums Ferdinandeum
Donnerstag, 22.10.2009

17.15 UHR Führung durch die Präsentatiotn "Sammeln, Sammeln, Sammeln ..."

18.00 Uhr Generalversammlung

 


 

Ausstellung Christoph Hinterhuber, Preisträger des RLB-Kunstpreises 2008
5. März 2009

In Kooperation mit der RLB-Innsbruck und der Museumsbetriebsges. M. b. H. veranstaltet das KFF eine Präsentation von Christoph Hinterhuber mir eigens für diesen Anlass produzierten Arbeiten. In einer preview erläuterte der Künstler seine Arbeiten exklusiv Mitgliedern des KFF.

Christoph Hinterhuber, gehört zu den international bekannten österreichischen Künstlern, die die Möglichkeiten elektronsicher Medien mit den traditionellen in Verbindung bringen. Er ist ein konzeptuell arbeitender Medienkünstler, dessen Arbeit jedoch – im Gegensatz zur reinen Konzeptkunst – stark von der sinnlichen und visuellen Erfahrung getragen ist. Seine Arbeiten und Installationen verstehen sich als Befragung der kulturellen wie ideologischen Codes unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit.

Für Hinterhuber ist der Computer selbstverständliches Medium und Werkzeug seines Kunstwollens. Am Bildschirm kreiert er nicht nur seine künstlichen Raumsituationen und -bühnen und 3D-Animationen, sondern auch seine an Logos und Ikons erinnernden grafischen Zeichen und Piktogramme, die er mit sprachlichen Elementen aus der Konsum- und Warenwelt, aber auch mit politischen oder soziologischen Begriffen kombiniert bzw. in Beziehung setzt.
Darüber hinaus bringt er als weitere künstlerische Medien Sound und Sprache sowie Neonschrift zum Einsatz und besetzt diese mit neuen, zumeist medialen Inhalten und Botschaften.

Für die Ausstellung im Ferdinandeum entwirft der Künstler eine Ausstellungsarchitektur, in der er sein bisheriges Kunstschaffen in eigens für die Ausstellung produzierten Arbeiten reflektiert und ausbreitet. Zur Ausstellung gelangen Neonschriften, 3D-Animationen sowie eine Soundarbeit. Im Studio (2. OG) zeigt Hinterhuber neun großformatige Tafelbilder, sein Rückgriff auf und Auseinandersetzung mit der klassischen Malerei. Den gesamten Raum des Studios einnehmend bilden sie einen künstlich geschaffenen Farbraum, der vertraut und irritierend zugleich wirkt.

Wie all seine bisher geschaffenen Arbeiten, in denen die zur Anwendung gekommenen Materialien, Medien und Formen stets in einem raffinierten und über sich hinausweisenden Sinnzusammenhang stehen, funktioniert die Ausstellung im Ferdinandeum selbst als ein zusammenhängendes und einander bedingendes Gesamtwerk, dessen Referenzsysteme sich sowohl innerhalb der einzelnen Kunstwerke als auch außerhalb der Kunst befinden. Die einzelnen Arbeiten wie auch die Ausstellung in ihrer Gesamtheit können „als Kondensate gelesen werden, die als Ikonen digitaler Kunst funktionieren“ (Thomas Feuerstein), die zugleich auch aktueller Ausdruck einer (post)modernen Weltwahrnehmung sind.